Archive for November, 2011

Danny Green: Fragen und Antworten

30.11.2011  |  Veröffentlicht in Allgemein

Danny Green hat heute die Antworten erhalten, nach denen er sich gesehnt hat. In Perth – in Australien wird aus irgendeinem unerfindlichen Grund meistens mittwochs geboxt – verlor Green durch technischen K.o. in der elften Runde gegen den polnischen WBC-Weltmeister im Cruisergewicht, Krzysztof Wlodarczyk. Green wollte nach der K.o.-Niederlage gegen Antonio Tarver im Sommer wissen, ob er es noch drauf hat. Ja, hat er. Er lag zum Zeitpunkt des Abbruchs auf den Zetteln der drei Punktrichter in Führung. Aber nein, zum Sieg reicht es nicht mehr. Also ist es an der Zeit, abzutreten. „Das war es für mich“, sagte Green nach der zweiten vorzeitigen Niederlage in Folge. „Ich hatte eine großartige Karriere und war viereinhalb Minuten davor, ein Märchen zu schreiben. Ich habe bewiesen, dass ich mit den Besten noch mithalten kann.“ Der 38 Jahre alte Green war zunächst zweimal in Deutschland an Supermittelgewichts-Weltmeister Markus Beyer gescheitert, dann nahm er dem für den Hamburger Universum-Stall kämpfenden Kroaten Stipe Drews den WBA-Gürtel im Halbschwergewicht ab.

Nach Greens Abgang bleiben andere Fragen dagegen offen. Aus welchem Grund durfte er eigentlich nach einer K.o.-Niederlage im Kampf um einen unbedeutenden WM-Gürtel gleich den WBC-Champion fordern? Und vor allem: Was sagt das alles eigentlich über Roy Jones aus? Den ehemals Unbesiegbaren, Unberührbaren, das Phantom hatte Green vor zwei Jahren in 122 Sekunden weggeräumt. Jones, der in einer Woche wieder in den Ring steigt, sollte sich vielleicht auch so langsam mal die richtige Frage stellen: Habe ich es noch drauf? Die Antwort kennen wohl alle außer ihm.

P.S. Respekt auch von dieser Stelle an Danny Greens deutschen Fan Toni Müglitz, der, Green-Anhänger seit der zweiten Niederlage gegen Beyer vor sechs Jahren, zum Kampf seines Helden nach Australien reiste. Das ist wahre Leidenschaft!

Taylor auf dem Weg der Besserung

29.11.2011  |  Veröffentlicht in Allgemein

Shannan Taylor geht es besser. Der Australier, der gestern nach einer Überdosis Drogen um sein Leben kämpfte, öffnete am Dienstag im Krankenhaus in Wollongong die Augen und konnte sich im Bett aufrichten. „Er öffnete die Augen und drückte die Hand der Krankenschwester”, teilte Taylors Vater Steve mit.

Taylor, der zweimal im Kampf um die Weltmeisterschaft scheiterte, vor fünf Jahren in Oldenburg gegen Arthur Abraham, war nach einer durchzechten Nacht ins Koma gefallen. Wie nun bekannt wurde, konsumierten Taylor und seine Freunde Heroin, das sie fälschlicherweise für Kokain hielten.

Taylor kämpft um sein Leben

28.11.2011  |  Veröffentlicht in Allgemein

Anthony Mundine lag zum Glück falsch. Der frühere Weltmeister und Gegner des Deutschen Sven Ottke twitterte gestern: „Habe gerade von Shannan Taylor erfahren!!! DROGEN töten viele Menschen… Ruhe in Frieden, mein Freund! Er war ein guter Kerl!” Wenig später musste sich Mundine korrigieren. Sein alter Rivale Shannan Taylor lebt noch, aber er kämpft in einem Krankenhaus im australischen Wollongong um sein Leben. Taylor wurde mit einer Überdosis eingeliefert, nach Angaben des „Daily Telegraph” sollen die lebenserhaltenden Maßnahmen morgen beendet werden. Taylor verlor 2006 in Oldenburg beim Griff nach der WM-Krone gegen Arthur Abraham nach Punkten, fünf Jahre zuvor war er in Las Vegas an Shane Mosley gescheitert.

Canelo: Mexiko darf weiter träumen

27.11.2011  |  Veröffentlicht in Allgemein, Videos

Die mexikanischen Boxfans dürfen weiter träumen. Von einem neuen „Gran Campeon“. Saul Alvarez, bekannt unter seinem Spitznamen „Canelo“, bleibt weiter unbesiegt. Der 21 Jahre alte Mexikaner verteidigte seinen WBC-Weltmeistertitel im Superweltergewicht am Samstag in der Stierkampfarena von Mexico-City durch technischen K.o. in der fünften Runde über Kermit Cintron. Der frühere Weltmeister aus Amerika war chancenlos, Canelo ist nun in 40 Kämpfen ungeschlagen. Die mexikanischen Aficionados dürfen weiter träumen von einem Nachfolger des legendären Julio Cesar Chavez. Der hatte einst nicht nur die Stierkampfarena der Hauptstadt gefüllt, sondern auch das nicht weit davon entfernte Aztekenstadion mit mehr als 130.000 Zuschauern. Canelo arbeitet dran, er ist mittlerweile der populärste Boxer Mexikos, Julio Cesar Chavez Jr. kann da nicht mithalten. Auch sportlich nicht.

Auch Beyer hatte Macklin vorne

26.11.2011  |  Veröffentlicht in Allgemein

Der neue Box-Experte von Sat.1, der frühere Weltmeister Markus Beyer, läuft sich schon einmal warm für seine Premiere am kommenden Freitag beim WM-Kampf von Felix Sturm gegen Martin Murray. Und gibt im Interview mit seinem neuen Arbeitgeber gleich einmal zu, dass er Sturm in seinem letzten Duell gegen Matthew Macklin als Verlierer gesehen hat. Wenn das mal gutgeht. Darüber war gerade erst Beyers Vorgänger Axel Schulz gestolpert.

Presseschau am Freitag

25.11.2011  |  Veröffentlicht in Allgemein

Wladimir Klitschko outet sich im Gespräch mit der Abendzeitung als Rocky-Fan, weiß allerdings weder, dass Rocky Balboas Frau nicht „Adrianna” hieß, noch dass „Eye of the Tiger” nicht das Rocky-Thema ist. Unser Tipp: Die Filme vor dem nächsten Interview mindestens einmal sehen.

Stern.de stellt eine eigenwillige Top Ten der härtesten Puncher im Schwergewicht zusammen und schafft es doch tatsächlich, Frank Bruno vor George Foreman, Earnie Shavers und Joe Louis zu plazieren. Herzlichen Glückwunsch.

Das Foto des Tages bietet eindeutig die Nordwest Zeitung.

Zitat des Tages

24.11.2011  |  Veröffentlicht in Allgemein

Nach seinem Sieg über David Haye Anfang Juli hatte Wladimir Klitschko sich wohl etwas zu weit aus dem Fenster gelehnt, als er verkündete, kein gelernter Cruisergewichtler habe eine Chance gegen ihn, ein echtes Schwergewicht. Obwohl seine These wenig später vom kläglichen Auftritt Tomasz Adameks gegen Bruder Vitali bestätigt wurde, rudert Klitschko nun zurück. Gilt es doch, seinen nächsten Gegner am 10. Dezember, den ehemaligen Cruisergewichtler (und völlig aussichtslosen) Jean-Marc Mormeck stark zu reden. Mittlerweile klingt Wladimir, nach den Chancen eines Gegners aus dem Cruisergewicht befragt, so: „Es ist meine Überzeugung, dass die Jungs keine Chance haben, aber das heißt nicht, dass das stimmt. Sie bewegen sich viel schneller und sind deshalb schwerer zu treffen.” Siehe Klitschko vs. Adamek.

Sat.1: Beyer ersetzt Schulz

23.11.2011  |  Veröffentlicht in Allgemein

Was hat Markus Beyer, was ich nicht habe? Das fragt sich seit heute Axel Schulz. Seitdem Sat.1 mitteilte, künftig auf die Dienste des früheren Boxers als Experten bei den Kämpfen von Felix Sturm zu verzichten und stattdessen auf Beyer zu setzen. Was also hat Beyer, was Schulz nicht hat? Einen Weltmeistertitel vielleicht? Eine Frisur statt einer Mütze? Oder einfach nur das Glück, nicht schon bei Sturms letztem Auftritt Experte am Sat.1-Mikrofon gewesen zu sein. Denn Sturms schmeichelhaften Punktsieg über den Iren Matthew Macklin hatte damals nicht mal der ansonsten so sanfte Riese Schulz schönreden können. Ob es Beyer gelungen wäre?

Ist der liebe Axel, auch wenn es paradox klingt, also wegen seiner Kritik in Ungnade gefallen, wie er selbst mutmaßt? Und Kommentator Wolf Fuss gleich mit, den nun am 2. Dezember bei Sturms Kampf gegen Martin Murray die Sumo- und K-1-Stimme von Eurosport Alexander von der Groeben ersetzt? Mag sein, denn dass Sturm bei Kritik nachtragend sein kann, ist bekannt. Vielleicht ist jemandem bei Sat.1 aber auch einfach nur aufgefallen, dass Axel Schulz zwar ganz offiziell als Berufsbezeichnung Ex-Boxer angibt, auch wenn ihn die aktuelle Generation nur noch als lustigen Onkel mit Kappe aus dem Privatfernsehen kennt , aber ansonsten vom Boxen nicht viel versteht. Seine Leidenschaft für diesen Sport darf ernsthaft angezweifelt werden. Da trauen wir Beyer mehr Sachverstand und mehr Herzblut zu. Bislang aber blieb er uns bei seinen spärlichen Auftritten als Experte bei ProSieben so wenig im Gedächtnis wie Luan Krasniqi im Programm von RTL.

Schulz‘ früherer Trainingspartner Henry Maske macht seine Sache bei der ARD dagegen wirklich gut – auch wenn er manchmal so staatstragend klingt wie ein Pastor aus der Uckermark – und es manchmal schwerfällt, seinen Schachtelsätzen zu folgen. Aber Maske hat einen intellektuellen Zugang zum Boxen. Schulz eher nicht.

Etwas in die Jahre gekommene Boxfans werden sich noch an Kim Weber als Experten am Premiere-Mikrofon erinnern – an der Seite von Bernd Bönte, der, bevor er zum Schatten der Klitschko-Brüder wurde, ein richtig guter Fernsehkommentator war. Weber lauschte man gerne, seinem Premiere-Kollegen Ralf Rocchigiani auch. Stimmen aus dem Leben, von der Straße, aus dem Ring. Herzblut und Leidenschaft brachten sie von Haus aus mit. Ob Beyer da mithalten kann? Kein Ahnung. Aber es ist einen Versucht wert. Denn es kann nur besser werden.

Noch 11 Tage, eigentlich

22.11.2011  |  Veröffentlicht in Allgemein

Als wäre die Vorgeschichte des Duells Cotto gegen Margarito nicht schon skurril genug. Da wird einer nach einer K.o.-Niederlage mit illegalen Bandagen erwischt und plötzlich kann sich dessen Gegner im Kampf zuvor, der damals zum ersten Mal überhaupt verlor, seine Niederlage erklären. Na, klar, die gegipsten Bandagen waren Schuld. Eine fast einjährige Sperre, einen glanzlosen Sieg und eine klare Niederlage später sollen die beiden noch einmal aufeinandertreffen. Mit Bandagen, die sie am Tag vor dem Kampf beim Wiegen der Sportbehörde New Yorks versiegelt übergeben müssen. Also eigentlich New York. Denn dass der Kampf von Bandagensünder Antonio Margarito und Weltmeister Miguel Cotto dort am 3. Dezember im Madison Square Garden steigt, wird immer unklarer.

Nur dort und sonst nirgendwo, erklärte heute der Puertoricaner Cotto. Weil die Boxbehörde New Yorks eine zusätzliche ärztliche Untersuchung des Mexikaners Margarito vorschreibt, da er in seinem letzten Kampf gegen Manny Pacquiao eine schwere Augenverletzung erlitt, drohte eine Kampfverlegung in einen weniger fürsorglichen Bundesstaat. Nicht mit Cotto. New York oder gar nicht ist seine Losung. Vielleicht aber auch mehr Dollar oder gar nicht.

Dass Melvina Lathan, die Vorsitzende der New Yorker Sportbehörde, im September bei der ersten Pressekonferenz zur Ankündigung des Fights dabei war und kräftig die Werbetrommel rührte, stört sie heute nicht mehr. Sie tut so, als hätte sie alle Zeit der Welt für eine Entscheidung, ob Margarito eine Lizenz erhält oder nicht. Klar, der Kampf ist ja erst in elf Tagen. Eigentlich.

Noch 12 Tage, eigentlich

21.11.2011  |  Veröffentlicht in Videos

Miguel Cotto und Antonio Margarito treffen am 3. Dezember in den heiligen Hallen des Madison Square Gardens von New York aufeinander. Eigentlich. Denn noch hat der Mexikaner Margarito, der dem Puertoricaner Cotto 2008 die erste Niederlage zugefügt hatte, keine Lizenz im Bundesstaate New York. Wegen einer im November gegen Manny Pacquiao erlittenen Augenverletzung muss sich Margarito vor einer Lizenzerteilung noch einer ärztlichen Untersuchung stellen. Der New York State Ahletic Commission sind die Zweifel an Margaritos Gesundheit reichlich spät gekommen, zwei Wochen vor dem Kampf, dafür aber gewaltig. Die Lizenzerteilung gilt als unsicher. Allerdings stehen schon andere Bundesstaaten, wie etwa Texas, als Austragungsorte für die WBA-WM im Superweltergewicht parat. Sie haben schon angekündigt, Margarito boxen zu lassen, so oder so. Es lebe der amerikanische Föderalismus.