Countdown to Frankfurt: What time is it?

31.01.2012  |  Veröffentlicht in Allgemein

Wem schlägt am Samstag die Stunde? Wenn es nach Herausforderer Steve Cunningham geht, steht die Antwort bereits fest. Denn das Mantra des Amerikaners lautet dieser Tage: What time is it? Three Time! Der 35 Jahre alte Cunningham will am Samstag in Frankfurt (ARD live ab 22.15 Uhr) zum dritten Mal Weltmeister im Cruisergewicht werden. Den IBF-Gürtel, den er 2007 gewann, ein Jahr später verlor, zwei Jahre später wieder gewann und noch ein Jahr später wieder verlor, will er sich gegen Hernandez zurückholen. Das erste Duell vor vier Monaten endete mit einem umstrittenen technischen Punktsieg für den Kubaner. Beim Showtraining am Dienstag in einem Frankfurter Sportgeschäft zeigten sich beide Boxer topfit, hochkonzentriert, aber (noch) bester Laune. Füreinander zeigten die beiden allerdings kein gesteigertes Interesse. Cunningham rauschte danach weiter nach Wiesbaden, um für seine Landsleute von der US Army in einem Supermarkt und einem Fitnesscenter Autogramme zu schreiben.

Enad Licina und Alexander Alexeev, die im Rahmen in einem ebenfalls hochinteressanten Duell um die vakante EM-Krone im Cruisergewicht aufeinander treffen, riskierten dagegen schon mal ein Auge auf den Gegner.

So oder so: Hernandez und Licina werden Samstagnacht im Programm der ARD bittere Pleiten einstecken. Schließlich zeigt Das Erste im Anschluss an die Boxübertragung aus Frankfurt den schon jetzt zum Klassiker avancierten Spielfilm Max Schmeling mit Henry Maske in der Hauptrolle. Sowohl Hernandez, der Joe Louis spielt, als auch Licina, der Jack Sharkey mimt, stecken dabei Niederlagen gegen Maske, oder Schmeling, ein. Allerdings gewannen sie die Rückkämpfe. Steve Cunningham wird das sicherlich als Zeichen deuten. Für die Gunst der Stunde.

Countdown to Frankfurt: Das erste Duell

29.01.2012  |  Veröffentlicht in Videos

Countdown to Frankfurt: Der Herausforderer

28.01.2012  |  Veröffentlicht in Videos

Countdown to Frankfurt: Die Termine

26.01.2012  |  Veröffentlicht in Allgemein

Wer in Frankfurt und Umgebung wohnt, oder sich generell für einen Boxfan hält, sollte sich folgende Termine vor der Box-WM am 4. Februar in Frankfurt nicht entgehen lassen:

Dienstag, 31.01., 14.00 Uhr: Öffentliches Pressetraining, Sport Tiedje GmbH, Ferdinand-Happ-Straße 28, 60314 Frankfurt. Teilnehmer: Yoan Pablo Hernandez, Ulli Wegner, Steve Cunningham, Naazim Richardson, Enad Licina, Karsten Röwer, Alexander Alekseev, Oktay Urkal, Eduard Gutknecht.

Freitag 03.02., 16.00 Uhr: Offizielles Wiegen, Lindner Congress Hotel Frankfurt, Foyer, Bolongarostraße 100, 65929 Frankfurt.

Countdown to Frankfurt: Zwischen den Runden

24.01.2012  |  Veröffentlicht in Allgemein

Wer mehr über den Hauptkämpfer am 4. Februar in Frankfurt, den kubanischen Weltmeister Yoan Pablo Hernandez, erfahren will – etwa, warum er überhaupt in Deutschland boxt -, dem sei hiermit der sehenswerte Dokumentarfilm „Zwischen den Runden“ ans Herz gelegt. Denn Hernandez ist nicht nur zwischen den Runden Weltmeister geworden, als das Duell mit Champion Steve Cunningham vor drei Monaten abgebrochen wurde, sondern es ist auch sonst noch eine Menge passiert in seinem Leben.

Countdown to Frankfurt: Nacht der Cruisergewichte

23.01.2012  |  Veröffentlicht in Allgemein

Am 4. Februar steigen in der Frankfurter Fraport Arena, laut BoxRec-Weltrangliste, zwei der drei besten Cruisergewichtler der Welt in den Ring (Yoan Pablo Hernandez und Steve Cunningham), dazu einer aus den Top-Ten (Mateusz Masternak), weitere zwei aus den Top 15 (Enad Licina und Alexander Alexeev), die Nummer drei der IBF-Weltrangliste (Troy Ross) und ein großes deutsches Talent (David Graf). Die Fightcard kann sich sehen lassen. Nur Halbschwergewichts-Europameister Eduard Gutknecht tanzt aus der Reihe. Nicht weil er zu schlecht wäre: Er ist schlicht zehn Kilogramm zu leicht.

On Freddie

22.01.2012  |  Veröffentlicht in Videos

Wer sehen will, wie einer der besten Boxtrainer der Welt arbeitet und gleichzeitig gegen seine Parkinson-Erkrankung ankämpft, sollte sich die neue HBO-Serie „On Freddie Roach” nicht entgehen lassen.

Countdown to Frankfurt: Noch ein historischer Ort

20.01.2012  |  Veröffentlicht in Allgemein

Am 4. Februar fliegen in der Frankfurter Fraport Arena die Fäuste: Zwischen Yoan Pablo Hernandez und Steve Cunningham geht es um die Krone im Cruisergewicht. Vor 46 Jahren wurde statt im Stadtteil Höchst im Frankfurter Stadtwald geboxt, Open-Air im Stadion. Während Muhammad Ali für seine Titelverteidigung im Waldstadion im Jahre 1966 gegen Karl Mildenberger in der Frankfurter Sportschule Petrescu trainierte, schlug sein deutscher Herausforderer sein Trainingscamp im benachbarten Bad Soden im Taunus auf. Das Gym gibt es im Gegensatz zum Petrescu’s mittlerweile nicht mehr, die Frankfurter Neue Presse erinnerte aber unlängst anlässlich Alis 70. Geburtstag an den geschichtsträchtigen Ort. Hier klicken

Neulich in Atlantic City

19.01.2012  |  Veröffentlicht in Neulich in...

„Mike Tyson“ – als dieser Name fällt, ist der Gast aus Deutschland mit einem Schlag hellwach. Zuvor hatten vier Stunden Verspätung des Fliegers, zweieinhalb Stunden Anstehen bei der Einreise und zwei Stunden Rush Hour in New York ihren Tribut gefordert. Jetzt, in der bedrückenden Enge des Greyhound-Busses, ist das alles plötzlich vergessen. „Mike Tyson“, flüstert der Passagier in der letzten Reihe nochmals. Der Berg von Mensch, der dort im Halbdunkeln auf die Toilette im hinteren Teil des Busses zuwankt, entpuppt sich bei näherem Hinsehen jedoch nur als mäßige Kopie des früheren Champions. Mike Tyson soll zwar, was man so hört, ziemlich abgebrannt sein, aber dass er nachts für 35 Dollar den Roundtrip New York-Atlantic City bucht, ist wohl nicht mehr als ein Gerücht. Verbreitet vom Lümmel aus der letzten Reihe. Als der später auch noch Michael Jackson ausruft, lohnt noch nicht mal mehr das Hinsehen. Beim Aussteigen in den grellen Neonlichtern des Spielcasinos am Atlantikstrand entschuldigt er sich immerhin für sein Verhalten – er schüttelt den leeren Starbucks-Becher und murmelt „Too much drink“. So macht man das also in Amerika. Das Sixpack Tecate in ein paar Pappbecher umgefüllt hätte als Tarnung vollkommen gereicht. Merken für die nächste Reise.

Wer hier in der vor sich hindösenden, beinahe menschenleeren Zockerstadt aus England kommt, ist nicht nur am Shirt mit der Aufschrift „Team Froch“ zu erkennen, sondern vor allem auch am stets gefüllten Bierbecher in der Hand, losgelöst von der Uhrzeit. Selbst der Weltmeister aus Nottingham rechnet dem deutschen Gast am Tag vor dem Kampf beim Spaziergang in der Sonne vor: „Vier Stunden bis zum Wiegen, das macht vier Cocktails.“ Der Engländer versteht zu leben.

Das Freibier, das der Weltmeister seinen mitgereisten Fans nach dem Wiegen an der Bar im Caesars-Casino spendiert, hält nicht lange. Es ist zwar noch genügend da, als Ex-Weltmeister Johnny Tapia vorbeischaut – aber der hält es ja eher mit anderen Rauschmitteln.

Der Versuch, die Reise mit dem 25-Dollar-Gutschein vom Greyhond-Roundtrip an den Slot-Machines wieder reinzuspielen, misslingt. Ebenso wie die zahlreichen Versuche ohne Gutschein. Dafür funktioniert der Touchscreen für kostenfreie Getränkebestellungen tadellos, der Bourbon Cola kommt zuverlässig, der Dollar Trinkgeld lächerlich. Dass, während man so in die Nacht hineinspielt, Antonio Tarver und Carl Froch, einen Tag vor dem größten Kampf seines Lebens (und die Stöckelschuhe seiner Freundin tragend, also in den Händen), vorbeiflanieren, nimmt man eher beiläufig zur Kenntnis. Fight Week in Atlantic City.

Dass sich tags darauf Victor Ortiz auf den Vorwurf hin, man sei drei Monate zuvor eigens nach Las Vegas geflogen, um ihn gegen Floyd Mayweather siegen zu sehen und dann so etwas, per Umarmung entschuldigt („Wenigstens haben wir zusammen verloren“), relativiert den Schmerz (und die 600 Dollar für Tickets). Lucian Bute macht an der Hotelbar im Caesars einen gleichermaßen entspannten Eindruck, Andre Berto weniger und Steve Cunningham ist immer noch aufgebracht – das könnte sich wohl erst am 4. Februar ändern.

Die Boardwalk Hall an der langen Strandpromenade verströmt geradezu Boxgeschichte. Hier sind sie einzuatmen, die großen Schlachten, die großen Helden. Mike Tyson, Evander Holyfield, George Foreman, sie schlugen hier zu und ließen einen Teil von sich da. Arturo Gatti ohnehin. Was für Sven Ottke einst die Bördelandhalle in Magdeburg war, nämlich sein Wohnzimmer, war für Gatti die Boardwalk Hall in Atlantic City – 15 Kämpfe absolvierte er hier. Bördelandhalle oder Boardwalk Hall – die Entscheidung fiele wohl genauso leicht, wie sie klingt.

Auch an diesem Abend wird Geschichte geschrieben, der beste Supermittelgewichtler des Planeten wird gekrönt. Es ist eine deutliche Sache, eine Meisterleistung von Andre Ward, der im Moment seines größten Triumphes so gerührt, so bewegt, so bescheiden daherkommt, dass es einem die Tränen in die Augen treibt. Auch der Verlierer zeigt Größe, jedem Fan stellt er sich und versucht die Gründe seines Scheiterns zu erläutern. Ohne Ausreden, ohne Verbitterung, nur mit Enttäuschung. Auf der Pressekonferenz gratuliert er dem Sieger und bestaunt dessen Gürtel, die er sich entgehen ließ. Wer die beiden sieht, wie sie staunend wie Kinder die glitzernden Devotionalien betrachten, wie der Verlierer sie wenigstens einmal in seinem Leben berühren will, der ahnt, dass es diesen beiden nicht nur um den Scheck geht, wenn sie in den Ring steigen.

Bernard Hopkins schaut vorbei und schließt einen Nichtangriffspakt mit dem Champion, während sich sein Trainer Nazim Richardson vor dem Podium langlegt und schon mal einschläft. Schlafen: keine schlechte Idee. Denn in ein paar Stunden geht es zurück. Nach langen Diskussionen mit enttäuschten Engländern an der Bar (24 Stunden Happy Hour), mit anderen enttäuschten Engländern im Greyhound durch den Stau, mit öffentlichen Bussen durch den New Yorker Stadtverkehr, hin zum, natürlich, verspäteten Flieger. Aber mit Geschichte im Gepäck. Was will man mehr?

Zitat des Tages

18.01.2012  |  Veröffentlicht in Allgemein

„Ich muss sagen, ich bin nicht der Typ, der sich kaputt gearbeitet hat, dementsprechend habe ich noch genug Energie.”
Das einstige Jahrhunderttalent Jürgen Brähmer, das nicht nur im Gefängnis zu viel Zeit für eine große Karriere ließ, im Interview mit spox.com vor seinem Comeback am 28. Januar in Hamburg gegen den Spanier Jose Maria Guerrero.